Geschichte


Chronik aus 100-Jahr Jubiläum 1903-2003


Gründungsjahr 1903

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sind die Anfänge des Skisports in unserem Ort festzustellen. Die Skis wurden aus Esche durch Wagner Gottfried Beetschen an der Rawylstrasse hergestellt. Ein solches Paar Skis mit einer Bindung von Andreas Beetschen und dem Brand „1898“ sind im Skimuseum in Vaduz ausgestellt. Skifahren war damals noch verpönt. So wagte sich Lehrer Jakob Allemann nur nachts auf die 2.40 m langen Bretter, um nicht in einen schlechten Ruf zu geraten. 1903 fassten ein paar Unentwegte den Entschluss, einen Skiclub zu gründen. Hauptinitianten waren die Lehrer Jakob Allemann, Alfred Bigler sowie Hans Ludi und Christian Siegfried. Der Mitgliederbeitrag betrug Fr. 5.-. Zum Sekretär wurde Alfred Bigler gewählt.

Am ersten Sonntag im Januar 1904 wird ein Klubrennen veranstaltet. Es besteht aus einer Abfahrt und einem Hindernislauf. Gestartet wird im Tal und es gilt in einem raschen Berglauf den Start zur Abfahrt zu erreichen und so schnell wie möglich zum Ziel zu fahren. Strecke: Dorfplatz – Krummenbach – Bad – Hohliebe – Rütti – Pfundsboden. An ein Präparieren der Piste dachte noch niemand. Es war an den Fahrern mit den ersten Startnummern eine Spur im Tiefschnee anzulegen. Beim Hindernislauf mussten die Rennläufer Holzzäune, Mauervorsprünge und künstliche Hindernisse überwinden.

1906

Gottfried Kohli wird Langlauf-Schweizermeister

 

1909

Die Skipatrouilleure Gottfried Kohli, Hans Ludi, Hans Dubi und Gottfried Beetschen werden Schweizer Armeemeister.

 

1911

Die Lenker werden Schweizermeister der Nordischen

 

1923

Beim Abholen der Teilnehmer vom Verbandsskirennen in Lauenen zerbrach in Zweisimmen der Schlitten von Samuel Rieben. Der Club vergütet ihm an die Reperaturkosten Fr. 30.- und erlässt im den Jahresbeitrag.

 

Mitglieder des Skiclubs erstellen die erste Sprungschanze unter der Halten. Über den Sprunghügel getrauten sich bloss 15 Knaben, die allerdings die wenigsten „Springer“ waren. Recht vorteilhaft zeichneten sich einige der Rangierten aus, allen voran Hans Zwahlen.

 

1924

Der Skiclub organisiert ein Langlaufrennen: Seefluh – Lehn – Halten – Pöschenriedstrasse – Wärrenbrücke – Lerchweide – Längenweide – Bühlersweide – Kähli – Birg – Oberried – Klöpflisberg – Bad – Hohliebe – Pfundsboden. Trotz Einladung an viele benachbarte Clubs beteiligten sich bloss 4 Mann aus Adelboden von auswärts an diesem Rennen. Zu bedauern war es auch, dass sich vom SC Lenk selber nur 3 Mitglieder beteiligten. „Am Finish kamen nur 5 Läufer an; einer war schon am Morgen nicht ganz wohl und der andere, der einzige Junior, erschien überhaupt nicht auf dem Finish, einige Stürze ob dem Hubel im Oberried hatten ihm den Courage vollständig ausgeblasen.“

So gut der Vormittag vorbeigegangen, so stand der Nachmittag unter einem schlimmen Stern. Als J. Willen den ersten Sprung machte, sprang er unglücklich auf und kollerte links von der Ablaufbahn den ganzen Abhang hinunter. Auf einmal war nun aller Mut zum Springen vorbei und unsere Sprungschanze, die noch gleichen Vormittags sehr günstig beurteilt worden war, erfuhr nun plötzlich die schärfste Verurteilung.

1925

Infolge Schneemangels kann das Jugend- und Clubrennen nicht durchgeführt werden.

Der Sprunghügel unter der Halten soll vertraglich gesichert werden. Die bestellte Kommission hat mit Christian Kammacher unterhandelt. Ergebnis: Christian Kammacher will dem Skiclub für alle Zeit freie Hand lassen zum Ausbau des Sprunghügels, verlangt dagegen 1'000 Franken und weitere 1'000 Franken, wenn innert der nächsten 6 Jahren das Bad den Winterbetrieb aufnimmt. Auch mit der Witwe Zwahlen im Gruebi muss unterhandelt werden (Diese verlangt 500 Franken). Nach längerer Diskussion wird der Antrag Zwahlen angenommen, wonach der Verkehrsverein Lenk ersucht werden soll, das Finanzielle zu übernehmen, der Skiclub wolle dann die nötigen Arbeiten ausführen.

1926

Die Durchführung eines Sommerskirennens am 19. Juni vom Tothorn bis unten an den Räzligletscher wird organisiert. Wegen anhaltend schlechtem Wetter konnte das Rennen nicht abgehalten werden. Es sind auch nur 3 Anmeldungen eingetroffen.

 

1927

Bei grösstem Schneegestöber starten am 6. Februar 43 Personen zum ersten Schlittelrennen: Start bei Bächlers Stafel im Weissenberg, Ziel bei der inneren Seitenbachbrücke; Siegerzeit 10 Min. 07 Sek.

Beitritt zum Oberländischen Skiverband.

Alfred Bigler tritt nach 25-jähriger Tätigkeit als Sekretär zurück.

 

1928

Jugendrennen: Dorfbrücke – See – Chalet Zimmerli – Dorfbrücke als Langlauf- und Abfahrtsrennen durchgeführt. Sieger Andreas Dubi in 17 Min. 43 Sek.

Klubrennen für unter 30-jährige. Langlauf: Trüttlisberg – Mülkerblatten; Abfahrt: Mülkerblatten – Pfundsboden. Sieger: Adolf Brand in 27 Min. 13 Sek.

Beim Springen erleidet der derzeit beste Lenker Springer Hans Beetschen einen Beinbruch. Begründung: „Die Schuld daran muss in der krummen, seitwärts abschüssigen Anlaufspur gesucht werden... Damit hat unsere Sprunganlage einen drastischen Beweis ihrer Untauglichkeit erbracht.“

1929

Zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Skiclubs wurde am 27. Januar ein Jubiläumsrennen organisiert, an welchem die Teilnahme sämtlicher Aktivmitglieder obligatorisch war. Auf dem Betelberg gab es eine gemeinsame Mittagsverpflegung. Das Rennen startete auf Mülkerblatten und führte über die Wallegg ins Ziel auf dem Pfundsboden. Adolf Brand wurde mit einer Zeit von 5.31 zum dritten Mal Klubmeister und der 1924 vom Bad gestiftete Wanderbecher ging in seinen Besitz über. Am Abend des Renntages fand im Kreuz ein Jubiläumsball statt.

1934

Der Skiclub schafft die erste Stoppuhr an.

 

1935

Im Skiclub wird Slalom-Unterricht für Clubmitglieder durch Adolf Brand erteilt.

Aus finanziellen Überlegungen wird die Durchführung eines „Wildhornrennens“ nicht mehr weiter verfolgt.

Zu Ehrenmitgliedern werden ernannt: Gottfried Beetschen sen., Hans Ludi sen., Hans Freidig, Alfred Kammacher, Robert Zeller und Johann Zwahlen.

Sprunghügel: Auch dem Verkehrsverein fehlt das Geld um eine wettkampftaugliche Schanze unter der Halten erstellen zu lassen. Das Darlehen für die 1925 erstellte Sprungschanze von Fr. 300.- wird an Frau Rieder-Allemann zurückbezahlt.

 

1936

Der Skiclub beschliesst den Ankauf von einem Paar Sprungskis für Schüler bei G. Beetschen, lehnt jedoch die Gründung einer Jugendorganisation ab. Es treten neue Statuten in Kraft.

 

1937

Der Bau eines Schlittenaufzuges bis auf die Balmen wurde beschlossen. Zwei Schlitten à 16 Personen, Höhendifferenz 450 m für Fr. 58'000.-. Die Eröffnung fand am 19. Dezember 1937 durch das Eidgenössische Amt für Verkehr statt.

1938

Der Skiclub führt das Oberländische Skirennen durch. Die Teilnehmer äusserten sich lobend über Abfahrts-, Slalom- und Langlaufpisten und auch über die verbesserte Sprungschanze. Es kamen erstmals Kannen und Plateaus von Zinngiesser Gottfried Freidig als Preise zur Verteilung.

 

1945

Der erste Skilift am Bühl wird durch die Lenker-Skilehrer erstellt. Er erfreute sich sogleich grossen Zuspruchs, vor allem von den Skischülern.

 

1946

Erstes Jugendskilager des SSV in den Militärbaracken an der Lenk.

 

1968

Der Skiclub organisiert am 13. und 14. Januar die Nordischen Schweizermeisterschaften. Über 400 Teilnehmer treten zum Wettkampf an. Der Ablauf dieser Meisterschaften wurde erschwert durch das wechselhafte Wetter. Nach tagelangen Schneefällen herrschte am Samstagmorgen eine sibirische Kälte von –30°. In der folgenden Nach stieg die Temperatur an, was zuerst Schnee, dann Regen zur Folge hatte.

 

Eröffnung der ersten ständigen Langlaufloipe der Schweiz in Anwesenheit von Bundesrat Roger Bonvin.

 

1976

Skiclub, Skischule, Bergbahnen und Verkehrsverein führen die alpinen Schweizermeisterschaften der Damen durch.

 

1978

Gemeinsame Feier des 75-jährigen Bestehens von Skiclub und Musikgesellschaft mit einem grossen Festumzug.

1980

Starke Lenker an den Schweizerischen Nordischen Meisterschaften. In der Nordischen Kombination holte Ernst Beetschen Silber und Toni Schmid Bronze.

 

1981

Organisation der Internationalen Nordischen Kombination mit Spitzenathleten aus aller Welt. Starke Schneefälle machten dabei den Organisatoren unter der Leitung von Hans-Ulrich Hählen sehr zu schaffen.


1982

Die Lenk führte die 4. Schweizerischen Offiziersmeisterschaften mit einem anspruchsvollen Langlauf und einem Riesenslalom durch. Toni Hählen wird dabei Sieger in der Kategorie Landwehr.

 

1984

Der Skiclub führt die Schweizer Damenmeisterschaften Alpin durch. Die Siegerin heisst Michaela Figini.

 

1985

Zum Thema „100 Jahre Wintersport in der Schweiz“ veranstalten Verkehrsverein und Skiclub ein Kostümrennen mit passender Kulisse: es schneite wieder einmal ausgiebig!

1987

Beim durch den Skiclub organisierten Nachtspringen der Oberländischen-Springertournee wird auf der Wildhornschanze mit 79 Metern ein neuer Schanzenrekord aufgestellt.

 

Lenk wird Durchführungsort der alpinen Schweizermeisterschaften der Herren.

 

2003

Das Jubiläumsjahr „Gemeinsam 100 Jahre“ von Verkehrsverein, Skiclub und Musikgesellschaft.

 

Die jüngere, auch sportlich erfolgreiche Geschichte folgt.